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Betonwüste oder Paradies

Der Tod der ökologischen Vielfalt

Wie ein Ökosystem funktioniert

von Kristina, geschrieben am 03. 02. 2012:

Ein Ökosystem funktioniert einfach gesagt wie eine Gemeinschaft von verschiedenen Lebewesen. Vergleicht man unsere Gesellschaft mit einem Ökosystem haben diese gemeinsam das verschiedenste Spezies (oder Menschen) verschiedene Aufgaben haben und somit zum funktionieren des Ökosystems (oder der Gesellschaft) wesentlich beitragen. Fehlt aber eines von diesen wichtigen Gliedern gerät das System aus dem Gleichgewicht. Ein einfaches Beispiel ist die Aufgabe der Raubtiere die dazu beitragen das es bei ihrer potentiellen Beute nicht zu einer Überpopulation kommt. Fehlen aber diese Jäger so vermehren sich die Beutetiere zu schnell. Da diese wiederum gerade die Pflanzen fressen die zur Verjüngung des Waldes beitragen kommt es dazu dass zu viele der jungen Bäume absterben. Aber ein Ökosystem ist weitaus komplexer als das Schema Jäger und Gejagte. Es gibt oft unglaubliche Gemeinschaften von verschiedenen Tierarten oder sogar zwischen Pflanzen und Tieren. Ein alltägliches Beispiel ist die Zusammenarbeit von Ameisen und Läusen. Ameisen fressen den Saft der Läuse so gerne das sie diese sogar vor ihren Feinden den Marienkäfern schützen. Auch Pflanzen gehen eine Vereinigung mit Tieren ein. Für ihre Vermehrung brauchen Blumen Insekten. Diese profitieren vom süßen Nektar und den Pollen die sie als Nahrung für sich und ihren Nachwuchs brauchen. Es gibt unzählige schier unglaubliche Beispiele der Zusammenarbeit von Tieren und Pflanzen. Aber nicht nur wenn es um das Fressen geht halten viele verschiedene Arten eng zusammen. Das ganze Leben in einem Ökosystem wird bestimmt von der Kooperation von Lebewesen. Wenn man sie mit Berufsgruppen vergleicht gibt es Gärtner die die Pflanzen hegen und pflegen. Natürlich tun sie es auf eine eigennützige Form, aber die Fauna profitiert. Vögel fressen Insekten wie Raupen und halten diese in Schacht. Igel fressen Schnecken. Amphibien vertilgen Unmengen von lästigen Mücken und Insekten die den Pflanzen zusetzen. Aber Tiere sind auch fleißige Säer. Ob Vögel oder Kleinsäuger wie Eichhörnchen, Haselmaus oder Siebenschläfer. Beim Fressen oder Verstecken von Nüssen und Früchten verteilen sie die Samen weit in der Landschaft und tragen somit dazu bei das die Vegetation abwechslungsreich gehalten wird. Eichhörnchen verbuddeln im Herbst Vorräte an Nüssen und Zapfen. Viele Verstecke vergessen sie jedoch wieder und im nächsten Frühjahr fängt dort der Samen an zu keimen. Eichelhäher verstecken gerne Eicheln in der Rinde von Bäumen. Und selbst die Tiere die sich keine Vorräte anlegen verbreiten Samen oft sehr weit. Vögel verteilen die Samen durch ihren Kot. Genau wie kleine Säuger. Zu den Gärtnern kommen noch die Landschaftspfleger, die Gras kurz halten und Weideflächen schaffen die nicht verbuschen, dort legen Reptilien ihre Eier und sonnen sich auf Steinen. Früher zogen große Herden von Wisente durch unser Land und grasten große Lichtungen in die Landschaft wo sich Magerwiesen ausbreiten konnten. Heute übernehmen diese Rolle gerne Nutztiere wie Schafe und besonders Ziegen die auch Büsche abfressen. Hätte es diese Landschaftspfleger nicht gegeben wäre in kürzester Zeit alles voller Wald und Büschen überwuchert worden und kein Licht wäre mehr an die darunter liegenden Pflanzen gekommen. Und von lichten Wäldern mit einer dichten Bodenvegetation mit Heidelbeeren profitierten auch Auer- und Birkhühner die heute in unserer Monokulturlandschaft nahezu verschwunden sind. Wildschweine suhlen sich im Sand, dort kann sich das Wasser zu Tümpeln sammeln in denen wiederum gerne bestimmte Amphibien laichen. Der größte Landschaftspfleger ist wohl der Biber, er steht für die ökologische Landschaftsumgestaltung schlechthin. Der Biber hilft sogar uns Menschen. Er schützt vor Überschwemmungen in den Städten, würden wir ihn überall vielfältige und artenreiche Auenlandschaften gestalten lassen. Dort wo der Biber lebt sind auch seltene Amphibien- Vögel und Säugetierarten zuhause. Vom Fischotter über den Schwarzstorch bis hin zum Laubfrosch. In einem funktionierendem Ökosystem profitiert letztendlich auch der moderne Mensch. Wenn wir Amphibien schützen tragen wir dazu bei das diese uns die „Schadinsekten“ von unseren Feldern fernhalten. Somit würden Spritzmittel und Schädlingsbekämpfung auf teure und chemische Art überflüssig sein. Doch statt das der Mensch eine Kooperation mit den Tieren eingeht, so wie diese es auch tut, kämpft er alleine gegen einen unsichtbaren Feind. Das spritzen führt nämlich genau dazu dass die Nützlinge genauso daran sterben wie die „Schädlinge“. Somit schadet er nicht nur seinem „Feind“ sondern auch seinen Verbündeten. Würden wir das nicht tun gäbe es genug Insektenvertilger, denn nicht nur Amphibien fressen massenweise davon, auch Vögel, die wir genauso mit unserem Gift töten wie auch kleine nützliche Säugetiere. Das ist nur ein Beispiel vom Irrsinn in ein funktionierendes Ökosystem einzugreifen ohne sich die Folgen bewusst zu machen. Bekämpfen wir nur eine Art hängen daran auch seine Konkurrenten, also jene die uns helfen würden diese Art soweit einzudämmen das sie gar keinen „Schaden“ anrichten könnte. Eine weitere Berufsgruppe im Ökosystem arbeitet bei der Müllabfuhr. Ja, richtig gelesen. Wenn es sie nicht gäbe würde die Natur im verottendem und vermoderndem stinkendem Abfall ersticken. Aber auch daran hat die Natur gedacht. Wenn Pflanzen absterben kommen die unzähligen fleißigen Helfer tragen sie unter die Erde oder ziehen sie gleich hinein oder fressen sie an Ort und Stelle und verarbeiten sie zu wertvollem Humus auf dem wieder neue Pflanzen wachsen können. Egal ob die Herbstblätter oder ein ganzer Baum, alles wird recycelt. Regenwürmer, Mistkäfer, Ameisen und andere eifrige Insekten sind bei der Müllabfuhr der Natur angestellt. Aber nicht nur das, die Natur kümmert sich auch um die Bestattung ihrer tierischen Lebewesen. Auch diese werden fachgerecht entsorgt und zwar von den Totengräbern der Natur. Stirbt ein größeres Tier etwa ein Reh kommen die Aasfresser, im Winter kann das aber auch mal ein hungriger Wolf oder Luchs sein. Danach kommen Raben, Krähen, Geier. Dazu gesellen sich Marder und gelegentlich auch mal ein Fuchs. Später sind die Insekten wie der Totengräber, ein Käfer und andere Insekten dabei die übrigen Kleinteile zu zerlegen. Bis von dem Tier nichts mehr übrig bleibt als die schieren Knochen und die holt sich die Natur auch noch irgendwann. Sie werden zersetzt und zu Erde. So funktioniert das mit allem was in der Natur nicht mehr gebraucht wird, bis zum Schluss ist das Tote noch dem Lebendigen von Nutzem. Es geht sogar soweit dass schon geschwächte, alte oder kranke Bäume sogar als Kinderstube für Borken- oder Hirschkäferlarven dienen. Er ist für sie Nahrung und Bett bis sich die Larven in der Borke zu Käfern verpuppt haben. Tod und Leben ergänzt sich im Kreislauf des Ökosystems genauso zu einer Einheit, wie die Jahreszeiten oder das Zusammenspiel der Arten. Umso artenreicher ein Lebensraum ist desto gesünder sein ökologisches Gleichgewicht. Es gibt noch viele Beispiele eines engen Zusammenspiels von Lebewesen die ich hier gar nicht alle aufzählen kann..

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Siehe auch unter  http://www.natur-5seenland.de/wald/wald.vorwild.htm


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