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Freizeitspass auf Kosten der Natur

von Kristina, geschrieben am 29. 06. 2011:

Dem zivilisierten Menschen wird es durch mehr und mehr Annehmlichkeiten immer langweiliger. Seit dem er nicht mehr ums nackte Überleben kämpft und die täglichen Arbeiten nicht mehr mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind macht der Mensch sich daran seine Freizeit zu gestalten. Und das in immer größerem Ausmaß. Es begann als der Mensch hoch hinaus wollte aber schon zu bequem wurde den Berg selbst hinauf zu steigen um anschließend wieder auf Brettern herunter zu sausen. Überall wurden also Pisten angelegt und Skilifte beförderten bald unzählige Skitouristen bis auf die höchsten Berge. Auch im Sommerurlaub genügte es schon bald nicht mehr sich am Plattensee oder in Oberitalien in einem kleinen Ferienhaus zu erholen. Man wollte die ganze Welt bereisen und somit begann der Massentourismus in einst unberührte Naturlandschaften. Dort wo sich einst Schildkröten an menschenleeren Stränden zur Eiablage versammelten belagern heute tausende von Touristen die schönsten Plätze. Im Meer zerstören sie die hoch empfindlichen Korallenriffs und kaufen sich als Krönung an den unzähligen Touristenständen noch geschützte Muscheln als Souvenirs. Als „Gegenleistung“ lassen sie Tonnen von Müll, meist gleich an Ort und Stelle liegen. Die Meere sind voll davon. Doch diese Art von Freizeitspass reicht vielen heute gar nicht mehr. Haben sie doch schon alles gesehen und alles erlebt. Waren von Norwegen bis nach Südafrika, von Amerika bis nach Sibirien gereist. Kennen die Anden, das tote Meer und Bali. Doch was wissen sie darüber? Wo es die besten Hotels gibt, wo man günstig einkaufen und gut essen kann, das wissen sie. Mehr nicht. Nichts über die Flora und Fauna, nichts über die Arten die alle samt auf der roten Liste stehen und sie trotzdem dort waren um sie gar nicht zu beachten, im Gegenteil, sie noch weiter zu verdrängen und schließlich gar auszurotten. Nichts haben sie gesehen, nichts haben sie erlebt. Sie haben nur wieder einmal einen Beitrag dazu geleistet das die Vielfalt der Natur wieder ein Stück weiter zerstört wurde. Das passiert jeden Tag, nicht nur auf Bali oder in Sumatra, weit weg von uns. Nein, auch bei uns will die Freizeit ja richtig ausgekostet werden. Doch dies geschieht auch hierzulande oft auf Kosten der Natur. Die Alpen werden geradezu erschlossen für den Massentourismus, es reicht nicht mehr nur im Winter überall mit einem Skilift hoch zu kommen und auf einer präperierten Piste wieder nach unten zu fahren. Auch im Sommer will man die Geschwindigkeit spüren. Darum werden nun die schönsten Alpenregionen als „Funparks“ erschlossen. Mit Katapulten lassen sich die „Überflieger“ in die Höhe befördern, auf Sommerrodelbahnen geht es steil nach unten. Über luftige Höhen lässt man sich in die Tiefe stürzen oder rauscht mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit über Schluchten und Täler. Dazu kommen noch immer mehr begeisterter Mountainbiker, Wanderer, Kletterer Bergsteiger und Kanufahrer. Unwissend treten sie auf bedrohte Alpenblumen, vertreiben gefährdete Uhus und Greifvögel wie Wanderfalke und Steinadler aus ihrem Horst die in Felsvorsprüngen brüten. Ein neuer immer beliebter werdender Freizeitspass für Jung und Alt ist das sogenannte Geocaching. Eigentlich nichts anderes als eine moderne Schnitzeljagd mit Hilfe neuester Technik wie GPS- Geräten. Das wäre nicht schlimm würden die „Geocaching - Teams“ nicht auch in geschützte oder artenreiche Gebiete vordringen. Besonders in Höhlen oder auf Felsen die auch von Tieren als Schlaf- und Brutplätze genutzt werden. Sie dringen dabei sogar in schier undurchdringliche Gebiete außerhalb der offiziellen Wanderwege. Manche Routen lassen sich nur mit Bergsteigerausrüstung oder Schnorchel unter Wasser erreichen. Dass man dabei auch die Natur beeiträchtigt wird kaum beachtet. Was zählt ist lediglich der Spass, die Action und natürlich der Adrenalinausstoß. Den Preis dafür zahlt die Natur. Ist dies die Sache wert? Die noch bleibende Artenvielfalt ganz und gar zu verdrängen und der Natur keinen Platz mehr zu lassen? Nur für einen Augenblick des Nervenkitzels. Des Abenteuers für gelangweilte Großstädter? Wann begreift der Mensch endlich dass es auch anders geht. Das die Natur selbst das Abenteuer ist wenn man nur achtsam genug ist, seine Sinne frei macht für die Schönheit und Vielfalt solange es sie noch gibt. Man kann soviel entdecken wenn man sich darauf einlässt. Wer nicht überall hin muss um alles gesehen zu haben der wird lernen auch über die vielen kleinen Wunder zu staunen die uns die Natur jeden Tag und überall bereithält. Erst wenn man die Stille kennt lernt man sich selbst kennen und versteht die Zusammenhänge des Lebens.


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