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Aktiver Amphibienschutz

von Kristina, geschrieben am 12. 04. 2011:

Dieses Jahr betreuen mein Mann und ich die Arbeit rund um einen Amphibienschutzzaun am Amphibienteich des Bund Naturschutzes. Schon letztes Jahr waren wir Helfer beim Einsammeln und Zählen der Tiere. Jetzt organisierten wir auch die Planung und den Zaunaufbau. Nach der Erfahrung im letzten Jahr konnten wir so den Zaun optimaler aufstellen. Zusammen mit zwei weiteren Helfern sammeln wir nun zwei mal, in Stoßzeiten auch drei mal am Tag die Tiere aus den Eimern, von der Straße, dem Straßenrand und den angrenzenden Wiesen ein, zählen sie und halten diese aufgelistet nach Arten fest. Als Erstes kommen meist die Grasfrösche, dann Molche, wie der Berg- und der Teichmolch und der seltene Kammmolch. Wenn es wärmer geworden ist, sind es die Erdkröten die in Scharen von überall her kommen. Gibt es einen warmen Regen, sind die Eimer bis oben hin mit ihnen voll, sie hüpfen über die Straßen und strömen aus allen Richtungen zu ihrem Laichgewässer wo sie selbst geschlüpft sind.

Autofahrer müssen jetzt gut aufpassen, und sollten an Amphibienschutzzäunen nicht mehr als 30 km/h fahren. Denn selbst wenn die Tiere nicht unter die Reifen kommen, reicht alleine die Druckluft die durch das Überfahren unter dem Auto entsteht aus, um sie zu töten: Dabei werden sie innerlich verletzt, und sterben dann einen qualvollen Tod.

Amphibien rennen bei Gefahr nicht einfach weg, sie plustern sich auf um für den Feind größer zu erscheinen.

Dieses Jahr hält mein Mann auch Vorträge für Erwachsene und Kinder um über Amphibien, dessen Schutz und Nützlichkeit aufzuklären. Das Spritzen von Pestiziden wäre überflüssig, wenn es noch überall geeignete Amphibienteiche geben würde, und dadurch gesunde Krötenpopulationen gehalten werden könnten. Sie müssen allerdings frei von Fischbeständen sein und ohne Rückstände von Düngemitteln der Landwirtschaft, die zu vermehrtem Algenbewuchs (Eutrophierung) und dadurch zum Umkippen, also Sterben des Gewässers führen.

Denn eine gesunde Amphibienpopulation dient der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Dadurch werden Pestizide und künstliche Düngemittel überflüssig. Pestizide umgekehrt, töten nicht nur die Insekten ab, sondern eben auch die Amphibien. Sie werden regelrecht vergiftet, da sie diese Stoffe sehr leicht durch ihre Haut aufnehmen können.

Also sollte sich jeder Bauer über Erdkröten in seinem Acker freuen und neben seinen Feldern auch einen Teich anlegen, so wie es früher in jedem Dorf einen Teich mit Amphibien gab. Dafür könnte er sich das Geld für teure Pestizide sparen und müsste nicht spritzen.

Über eine gesunde Amphibienpopulation können wir an unserem Teich zum Glück noch freuen. Schon vor der Auswertung aller Zählungen haben wir bestimmt an die 1500 Tiere gezählt.

Schon viele der Kröten und Frösche haben gelaicht und einige Erdkrötenweibchen treten schon wieder ihre Rückreise an. Diese tragen wir dann erneut über die Straße, um ihnen auch den Weg zu ihrem Sommerquartier in Sicherheit zu ermöglichen.

Durch unsere Recherche der Herkunft der Tiere aus den Beobachtungen im letzten Jahr, konnten wir den Zaunverlauf optimieren. So haben wir einerseits mehr Tiere erfasst, und zum anderen ist der Anteil der überfahrenen Tiere an den insgesamt erfassten deutlich zurück gegangen. Nächstes Jahr möchten wir den Zaun noch mal um ein Stück erweitern damit möglichst wenig auf die Straße gelangen können.

Der Teich wimmelt jetzt nur so von Kröten und Fröschen, dass es eine wahre Pracht ist ihnen beim Balzen, Schwimmen, Tauchen und Quaken zu zuschauen. Ein beruhigender Klang ist es, wenn die Grasfrösche ihre tiefe Rufe erschallen lassen.

Ein Dank gilt allen freiwilligen Helfern, die jedes Jahr erneut bereit sind, ihre Freizeit dem aktiven Naturschutz zu widmen und somit auch zum Artenerhalt beitragen.




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