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Würzburg

Bezirkshauptstadt von Unterfranken

(135.000 Einwohner)

Bilderreihe :
 
Die Residenz von Würzburg.
Gliederung: Bezirkshauptstadt Würzburg gliedert sich heute in 13 Stadttbezirke: Altstadt, Zellerau, Dürrbachtal, Grombühl, Lindleinsmühle, Frauenland, Sanderau, Heidingsfeld, Heuchelhof, Steinbachtal, Versbach, Lengfeld und Rottenbauer. Diese 13 Stadtbezirke bestehen aus insgesamt 25 Stadtteilen.
Geschichte: Für die Zeit um 1000 v. Chr. ist eine keltische Fliehburg auf dem Marienberg nachgewiesen. Nach der Völkerwanderungszeit lassen sich die Franken in der Region nieder. Ab etwa 650 ist Würzburg fränkischer Herzogsitz. Im Jahr 689 missionierten die iro-schottischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan die Gegend. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf den 1. Mai 704. Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde im Jahr 1127 in der Stadt am Main ausgetragen. Am 17. Juni 1156 heiratete Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die minderjährige Beatrix von Burgund, Tochter des Grafen Rainald III. und seit diesem Jahr Erbin der Freigrafschaft Burgund (heute Franche-Comté). Auf dem Reichstag zu Würzburg 1168 wurde der damalige Bischof Herold durch Friedrich I. Barbarossa mit der Herzogswürde belehnt. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan „Fürstbischöfe“ nennen und den Titel „Herzog in Franken“ führen. Fürstbischof Johann von Egloffstein gründete am 10. Dezember 1402 die Universität Würzburg als „Hohe Schule zu Würzburg“. Kurz nach dem Tod des Fürstbischofs musste der Lehrbetrieb aus Geldmangel und anderen Gründen ausgesetzt werden. Am 19. Juli 1476 wurde der Prediger Hans Böhm nach einem Ketzerprozess verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Im Deutschen Bauernkrieg wurde die Festung Marienberg im Mai 1525 erfolglos berannt. Die aufständischen Bauern erlitten eine schwere Niederlage vor den Toren der Stadt Würzburg. Das Bauernkriegsdenkmal am Ende der Tellstiege zwischen Alter Mainbrücke und der Festung Marienberg erinnert an die Haufen der Bauern und ihre Anliegen, die in 12 Artikeln proklamiert wurden. Das Denkmal stellt mehrere Wurzeln dar, die an einer schräg gestellten Mauer emporranken, aber oben absterben. Besonders wurden persönliche Freiheit und Mäßigung bei Steuer- und Fronforderungen erbeten. Tilman Riemenschneider stellte sich als Bürgermeister auf die Seite der Bauern und wurde deshalb auf der Festung Marienberg gefoltert und inhaftiert. Das historische Gasthaus Hof zum Stachel (in der Gressengasse) war damals ein Treffpunkt der aufbegehrenden Bürger und Bauern und war für Eingeweihte am Morgenstern (Stachel) als Wirtshausschild zu erkennen. Unter dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wird 1582 im Zuge der Gegenreformation die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gegründet. Würzburg war in den 1630er Jahren ein Kerngebiet der Hexenverfolgungen. In der Zeit der Hexenprozesse nahmen unter der Regentschaft des Würzburger Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg die Hexenverfolgungen in Würzburg große Ausmaße an. Sie erreichten zwischen 1626 und 1630 ihren Höhepunkt. Im Stift brannten über 900 „Hexen“, allein in der Stadt Würzburg an die 200. Im Dreißigjährigem Krieg wurde die Stadt im Oktober 1631 durch den Schwedenkönig Gustav Adolf erobert. Bis 1634 waren große Teile des Hochstifts wieder zurückerobert. Die Würzburger Residenz wird von 1719 bis 1779 erbaut. Im Jahr 1725 werden die Würzburger Lügensteine gefunden. Am 21. Juni 1749 findet der letzte Hexenprozess in Würzburg statt. Die Subpriorin des Klosters Oberzell wird am Hexenbruch verbrannt. Durch den Reichsdeputationshauptschluss fielen Stadt und Hochstift Würzburg 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Würzburg wurde 1805 Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, mit dem Ferdinand III. aus der toskanischen Nebenlinie des Hauses Habsburg ausgestattet wurde. Die Stadt wurde 1814 erneut bayerisch und gleichzeitig eine direkt der Regierung unterstehende Stadt (welche später als kreisfreie Stadt bezeichnet wurde). Ferner wurde die Stadt Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorging. Die Stadt wurde faktisch Nebenresidenz des bayerischen Königshauses. 1817 wurde Würzburg Hauptstadt des Untermainkreises, der ab 1837 als Unterfranken bezeichnet wurde. Im gleichen Jahr gründeten Friedrich Koenig und Andreas Bauer im Kloster Oberzell die Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer. Im Jahr 1821 wurde Prinz Luitpold, der spätere Prinzregent Luitpold in Würzburg geboren. Der Pegel Würzburg wurde 1823 in Betrieb genommen und ist damit der älteste in Betrieb befindliche Pegel am Main. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 die nach ihm benannten Strahlen. Würzburg wird 1934 Großstadt. In der Zeit des Nationalsozialismus bestand in Würzburg zwischen April 1943 und März 1945 ein Außenlager des KZ Flossenburg. Aufgrund der siebzehn Minuten dauernden Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 durch die Royal Air Force kamen über 5000 Menschen ums Leben. Die Innenstadt wurde dabei zu neunzig Prozent zerstört. Das Modell der komplett zerstörten Innenstadt und die Namen der identifizierbaren Getöteten werden in der ständigen Gedenkstätte rechts am Eingang zum Grafeneckart dokumentiert. Das Massengrab mit einer Gedenkglocke für die Bombardierungsopfer befindet sich links vor dem Haupteingang zum Hauptfriedhof. In der Marienkapelle wird jeden Freitag zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Bombardierung um die Mittagszeit das ökumenische Versöhnungsgebet von Coventry für den Frieden gehalten. An zahlreichen Gebäuden erinnern Hinweise an den Wiederaufbau nach der Zerstörung. Der US-Kunstschutzoffizier John D. Skilton rettete die Residenz durch Abdichtungsmaßnahmen am Dach trotz des Bauholzmangels vor dem Zerfall durch die Winterfröste. An die Trümmerfrauen und Trümmermänner, die den Wiederaufbau Würzburgs erst wieder möglich machten, erinnert eine Gedenktafel aus Buntsandstein an der Hochwasserschutzmauer zwischen Altem Kranen und Kranenkai. Hier endeten die fast 30 km Gleisnetz der Trümmerbahn. Der Trümmerschutt wurde ab Mainufer auf Schiffen abtransportiert. Eine Lore mit Keupersteinen erinnert an diese Zeit. Wegen der Zerstörungen an Wohnraum waren einzelne Zimmer mit bis zu sieben Personen überbelegt. Würzburger ohne Wohnung, die ins Umland geflohen waren, durften als „Außenbürger“ nicht wieder nach Würzburg zurückziehen („Zuzug verboten“). Die Stadt Würzburg wurde 1973 mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. 1981 wurde die Würzburger Residenz mit ihrem Hofgarten in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Bayerische Landesgartenschau fand 1990 in Würzburg statt. Im Jahr 2004 wurde das 1300-jährige Stadtjubiläum gefeiert. (Quelle: Wikipedia).