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Fürth

Kreisfreie Stadt

(114.000 Einwohner)

Bilderreihe :
 
Rathaus von Fürth.
Gliederung: Die heutige Stadt Fürth gliedert sich seit der bayerischen Gebietsreform 1970 in die Stadtteile  Atzenhof, Bislohe, Braunsbach, Burgfarrnbach, Dambach, Flexdorf, Fürth, Herboldshof, Kronach, Mannhof, Oberfürberg, Poppenreuth, Ritzmannshof, Ronhof, Sack, Stadeln, Steinach, Unterfarrnbach, Unterfürberg, Vach und Weikershof.
Geschichte: Die Entstehung eines Königshofs in Fürth wird in fränkischer Zeit im 7. oder 8. Jahrhundert vermutet. Indizien wie die Widmung der ersten Kirche, der Kapelle St. Martin im Wiesengrund der Rednitz, deuten auf die Mitte des 8. Jahrhunderts. Einer Sage nach soll die Stadt gar durch Karl den Großen im Jahr 793 gegründet worden sein. Gesichert wird Fürth zuerst in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom 1. November 1007 genannt; eine frühere Erwähnung (Urkunde vom 19. März 907 von einem Hoftag in Fürth, unter König Ludwig dem Kind) ist umstritten. In der Urkunde von 1007 schenkte Heinrich sein Eigentum „locum Furti dictum“ im Nordgau dem Domkapitel Bamberg. 1062 verlieh König Heinrich IV. Fürth erneut das Marktrecht, das sein Vater (König Heinrich III.) zwischen 1039 und 1056 an das um diese Zeit entstandene Nürnberg vergeben hatte. Burggraf Konrad II. von Nürnberg (genannt „der Fromme“) gab 1314, unter Erneuerung der Stiftungsbriefe von 1303 und 1307, die Vogtei über Fürth an das Bistum Bamberg zurück. Da die Burggrafen von Nürnberg ihre landeshoheitlichen Ansprüche auf Fürth aufrechterhielten, standen sich als Rivalen somit zunächst der Bischof von Bamberg und die Burggrafen von Nürnberg (ab 1415 Markgrafen von Brandenburg-Ansbach) gegenüber. Hinzu kam dann aber auch noch die freie Reichsstadt Nürnberg. Diese sogenannte „Dreiherrschaft“ führte vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu Streitigkeiten um die territorialen Rechtsgrundlagen, insbesondere um die hohe Gerichtsbarkeit und die Landeshoheit. Dieser besondere Status Fürths ermöglichte den Bewohnern allerdings auch besondere Freiheiten und legte den Grundstein für die erfolgreiche jüdische Gemeinde in Fürth. Ab 1440 siedelten sich Juden in Fürth an. Sie errichteten um 1607 einen eigenen Friedhof und 1617/18 eine Synagoge. Vom Ende des 17. Jahrhundert bis 1824 bestand hier auch eine Talmudschule.Im Jahr 1632 während des Dreißigjährigen Krieg waren Fürth und Zirndorf Schauplatz der Schlacht an der Alten Veste zwischen dem schwedischen König Gustav II. Adolf und dem Kaiserlichen Feldherrn Wallenstein. 1634 wurde die Stadt bis auf wenige Häuser niedergebrannt. Um 1685 wandern viele Emigranten aus Frankreich und den Niederlanden ein. Dadurch entstehen neue Gewerbezweige wie Tabakfabrikation, Strumpfwirkerei, Seiden- und Bortenweberei, Seidenfärberei und Kleinuhrmacherei; nach 1700 werden die ersten bambergischen und ansbachischen Handwerksordnungen erlassen. Trotzdem besteht noch eine gewisse „Gewerbefreiheit“. Als vorherrschend bilden sich heraus: das Gold-/ Metallschläger-, Spiegelmacher-, Glas-, Brillenmacher- sowie das Schreiner- und Drechslerhandwerk. Die Markgrafen von Ansbach, die Dompropstei in Bamberg und die Reichsstadt Nürnberg übten die Herrschaft bis 1792 aus, wobei es oft Streitigkeiten gab. Durch die Abdankung des letzten Markgrafen von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth, Christian Friedrich Carl Alexander, endete 1792 die bisherige „Dreiherrschaft“. und Fürth wurde preußisch. 1806 ging Fürth an Bayern und wurde Stadt, zunächst 1808 als Stadt II. Klasse und von Staatsbeamten verwaltet, ab 1818 Stadt I. Klasse mit eigener Verwaltung und Polizeigewalt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Fürth zu einer Industriestadt. 1835 fuhr die erste Eisenbahn Deutschlands auf der Ludwigsbahn zwischen Nürnberg und Fürth. Der Ludwigskanal zwischen Bamberg und Nürnberg mit seinem Kanalhafen bei Poppenreuth wurde 1843 in Betrieb genommen 1862 wurde Fürth Sitz eines Bezirksamtes, aus dem später der Landkreis Fürth hervorging. Die Stadt selbst blieb stets eine kreisfreie Stadt. Die Idee eines Zusammenschlusses mit Nürnberg wurde in einer Volksabstimmung 1922 von den Fürther Bürgern mit großer Mehrheit abgelehnt. Die vom damaligen Nürnberger Bürgermeister Willy Liebel 1939 angeregte Eingemeindung nach Nürnberg per Führererlass wurde von Adolf Hitler auf die Zeit nach dem Krieg verschoben. Während der Zeit der NS-Gewaltherrschaft wurde beim Novemberpogrom 1938 die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der Geleitsgasse durch SA-Männer geschändet und zerstört. Seit 1986 erinnert eine Mahnmals-Plastik des japanischen Bildhauers Kunihito Kato an dieses Geschehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Fürth von alliierten Bombenangriffen weitgehend verschont, nur etwa elf Prozent der Bausubstanz wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach Kriegsende wurden 15.000 Heimatvertriebene in Fürth aufgenommen. Die Einwohnerzahl überschritt 1950 erstmals die Grenze von 100.000 Einwohnern. Fürth wurde damit zur Großstadt. In Fürth war bis Februar 2003 der Sitz des gleichnamigen Landkreises. Das Landratsamt befindet sich nun in der Nachbarstadt Zirndorf. Seit dem 7. Dezember 1985 ist die U-Bahn nach Nürnberg in Betrieb, deren vorläufiger Endpunkt im Stadtteil Hardhöhe am 8. Dezember 2007 dem Verkehr übergeben wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung gab die US Army ihre beiden Kasernen „Monteith-Barracks“ in Atzenhof (US-Militärstützpunkt von 1945 bis 1992) und „Johnson-Barracks“ an der Schwabacher Straße sowie das „W. O. Darby-Areal“ in der Südstadt auf. Die Darby-Kaserne zwischen Flößau-, Steuben- und Fronmüllerstraße mit z. T. denkmalgeschützten Gebäuden wird nach Vorarbeiten nun seit 2003 zielstrebig in ein vielfältig genutztes Gelände mit Wohnquartieren, Parkbereich („Südstadtpark“) und Mittelstandsgewerbe mit Markthalle („Grüne Halle“) umgewandelt; der Park ist seit Herbst 2004 zugänglich. (Quelle: Wikipedia).
Besonderes: Bei Fürth fließen die beiden fränkischen Flüsse Pegnitz und Rednitz zur Regnitz zusammen.