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Bamberg

Kreisfreie Stadt

(70.000 Einwohner)

Bilderreihe :
 
Das historische Alte Rathaus zu Bamberg.
Gliederung: Die Stadt Bamberg gliedert sich in die Stadtteile Berggebiet, Mitte, Theuerstadt, Wunderburg, Gereuth, St. Otto (Nord), St. Heinrich (Ost) und St. Kunigunda (Gartenstadt). Hinzu kommen die im Zuge der bayerischen Gebietsreform eingemeindete Stadtteile Bruckertshof, Bug, Bughof, Gaustadt, Hirschknock, Kramersfeld und Wildensorg.
Geschichte: (Aus der Wikipedia): Die ältesten Relikte Bamberger Vorgeschichte sind vermutlich die im 19. Jahrhundert gefundenen Bamberger Götzen. Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein „Castrum Babenberch“ auf dem heutigen Domberg genannt. Es gehörte dem ostfränkischen Geschlecht der älteren Babenberger, die das Lehen 903 in einer blutigen Fehde mit den rheinfränkischen Konradinern verloren. Bei der sogenannten Babenberger Fehde starben drei babenbergische Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker. 1007 erfolgte die Gründung des Bistums durch Kaiser Heinrich II., den Sohn Heinrichs des Zänkers und im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom errichten, der aber zweimal abbrannte und durch den heutigen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bau ersetzt wurde. Im Januar 1430 rückten die Hussiten auf Bamberg vor. (siehe auch Hussitenkriege). Domkapitel samt Domschatz (heute im Diözesenmuseum Bamberg) flohen auf die Giechburg, der Bischof selbst floh nach Kärnten. Die wohlhabenden Bürger flüchteten nach Forchheim und Nürnberg. Die Hussiten nahmen Bamberg jedoch nicht ein. Als die Hussiten Scheßlitz erobert hatten, plünderten die in Bamberg verbliebenen Handwerker, Tagelöhner und Bauern erst die Weinkeller und dann die Bürgerhäuser und Klöster. Kurz darauf handelte Markgraf Friedrich von Brandenburg mit Andreas Prokop, Heerführer der Hussiten, auf Burg Zwernitz einen Waffenstillstand aus und Bamberg zahlte 12.000 Gulden Lösegeld um der Brandschatzung zu entgehen. Ein Aufstand der Bürger im 15. Jahrhundert gegen die fürstbischöfliche Macht - der sogenannte Immunitätenstreit - blieb erfolglos. Auch der Bauernkrieg 1524/1525 hinterließ in der Stadt seine Spuren. Ein weiteres trauriges Kapitel der Stadtgeschichte stellt die Heilige Inquisition durch die katholische Kirche dar: Bamberg bildete eines der Hauptzentren der frühneuzeitlichen Hexen- und Zaubererverfolgungen. So mussten zwischen 1421 und 1632 weit über 300 Menschen ihr Leben lassen. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) litt die Stadt sehr unter den schwedischen Truppen. Zu Beginn des Krieges 1618 waren in Bamberg 12.000 Menschen ansässig, 1648 zählte die Stadt noch 7.000 Einwohner. Im Siebenjährigen Krieg (1756-63) wurde die Stadt alsdann durch preußische und zu Zeiten Napoleons durch französische Truppen heimgesucht. 1647 wurde die Universität Bamberg eingerichtet, die bis 1803 Bestand haben sollte. Unter den Fürstbischöfen Lothar Franz (1693-1729) und Friedrich Carl von Schönborn (1729-1745) erlebte die Stadt in der Barockzeit eine kulturelle Blüte. Stadt und Stift wurden im Frieden von Lunéville dem Kurfürstentum Bayern als Kompensation für den Verlust der Pfalz an Frankreich in Aussicht gestellt. Noch vor der endgültigen Fixierung im Reichsdeputations-hauptschluss begann Bayern am 2. September 1802 das Territorium des Hochstifts militärisch zu besetzen und erklärte das Gebiet am 29. November endgültig zu einer bayerischen Provinz. Fürstbischof Christoph Franz von Buseck trat zurück und besiegelte damit das Ende der Selbständigkeit Bambergs. 1840 überstieg die Einwohnerzahl die 20.000. Während der Märzrevolution in den Jahren 1848/49 war Bamberg eine Hochburg der radikalen Demokraten, weshalb die Stadt bei der Regierung in München als besonders radikal galt. Bekannteste Persönlichkeiten waren die Anwälte Nikolaus Titus und Ignatz Prell sowie der Arzt Heinrich Heinkelmann und der Journalist Karl Heger. Hier wurden die sogenannten 14 Bamberger Artikel, ein Grundrechtekatalog, verlesen. Am 25. und 26. Mai 1854 hielten acht deutsche Mittelstaaten (Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Darmstadt und Nassau) in Bamberg die „Bamberger Konferenz“ ab, in der sie sich über ihre Stellung zu den beiden Großmächten Österreich und Preußen in der orientalischen Angelegenheit verständigten. 1909 wurde in Bamberg eine der ersten Pfadfindergruppen in Deutschland gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg flüchtete am 7. April 1919 die kurz zuvor gewählte Bayerische Staatsregierung (Kabinett Hoffmann) in den Auseinandersetzungen um die Münchner Räterepublik nach Bamberg, von wo aus sie militärische Unterstützung zur Niederschlagung der Räterepublik anforderte. Nachdem die Räterepublik von Reichswehr und Freikorps gewaltsam beendet worden war, wurde am 14. August 1919 die Bamberger Verfassung als erste demokratische Verfassung für Bayern unterzeichnet. 1925 wurde die Grenze von 50.000 Einwohnern überschritten. Auch in Bamberg wurde 1933 die Macht an die Nationalsozialisten übergeben und Bamberger Bürger beteiligten sich an der Verfolgung jüdischer Mitbürger. Willy Aron wurde am 10. März 1933 in „Schutzhaft“ genommen und dann in Dachau ermordet. Am 1. Juli 1933, sechs Wochen nach dem 10. Mai in Berlin, wurden auf der Hauptkampfbahn des Volksparks Bücher verbrannt. Der Unternehmer der Hofbräu Bamberg Willy Lessing wurde 1936 enteignet und bei den Novemberpogromen 1938 in der Bamberger Synagoge erschlagen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Bamberg zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde ein DP-Lager für sogenannte Displaced Persons angelegt. Bamberg ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges Standort einer Garnison der US Army. Durch Aufnahme von Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten sowie dem Sudetenland stieg die Einwohnerzahl der Stadt 1945 von 59.000 auf 75.000 an. Seit den 1970er Jahren hält sich die Bevölkerung mit etwa 70.000 Einwohnern konstant. 1979 erfolgte die Wiederbegründung der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Seit 1993 ist die historische Altstadt von Bamberg als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Sie hat den größten erhaltenen historischen Stadtkern in Deutschland.
Besonderes: Bamberg hat eine weithin bekannte, eigenständige Biertradition (Rauchbier). 1907 gab es den so genannten Bierkrieg, wodurch die Bamberger Bevölkerung die Brauereien durch Boykott zur Rücknahme einer Bierpreiserhöhung zwang.