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Die Schling- oder Glattnatter

(Coronella austriaca)

Bilderreihe :
 
Vorderansicht der Schlingnatter.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RL3, Österreich: RL3, Schweiz: VU

Beschreibung: Die Schling- oder Glattnatter gehört mit maximal 70 cm Körperlänge zu unseren kleineren einheimischen Schlangen.  Sie hat glatte, glänzende Schuppen (Name), runde Pupillen, und einen typische Schrägbinde, die vom Nasenloch über das Auge zum Hals verläuft. Ebenfalls typisch ist die kronenartige Hinterkopfzeichnung (lat. Coronella = Krönchen!). Dadurch wird die Schlingnatter unverwechselbar zu anderen einheimischen Schlangen. Das Rückenmuster kann aus punkt- bis barrenförmigen Flecken bestehen, aber auch zu einem (kreuzotternähnlichen) Zickzack-Band verschmelzen. Es gibt aber auch Exemplare, die Längsstreifen aufweisen, oder aber auch zeichnungslos-einfarbig sind. Die Grundfärbung der Männchen ist meist hellgrau bis hellbraun, die der Weibchen dagegen dunkelgrau bis schwarzbraun.

Lebensraum: Die Schlange bevorzugt trockene Ruderalstandorte, also Lebensräume an sonnigen Hängen, die neben freien Flächen auch gute Versteckmöglichkeiten bieten. Sie geht gerne in die Weinberge, aber auch an Bahndämme, Magerrasen, Steinbrüche und ähnliche Habitate mit oben genannten Grundbedingungen. Sie kommt gerne vergesellschaftet mit der Kreuzotter und der Zauneidechse vor. Die Schlingnatter ist über ganz Europa bis zum Ural verbreitet. Sie fehlt nur in Südspanien, einigen Gebieten im südwestlichen Frankreich, im nördlicheren Skandinavien sowie in fast ganz Großbritannien und Irland.

Nahrung: Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen vor allem kleine Wirbeltiere, die sie überwältigen kann: Frösche, Kröten, Molche, Mäuse, Eidechsen. Die Beute wird durch Umschlingen erdrosselt, und dann mit dem Kopf nach vorne verschlungen (Name!)

Feinde: Greifvögel, Katzen, Marder und die Kreuzotter sind die Hauptfeinde der Schlingnatter. Leider wird die absolut harmlose Schlange aus falscher Furcht heraus, oder wegen Verwechselung mit Kreuzottern vom Menschen erschlagen. Das Töten einer Schlange stellt einen Straftatbestand dar!

Fortpflanzung: Die Paarung findet in Mitteleuropa im späten Frühjahr (April-Mai) statt. Dabei führen die Männchen oftmals heftige Kämpfe mit Umschlingen aus, in welchen sie sich auch ernsthaft verletzen können. Die Verpaarung mit den Weibchen erfolgt durch Nackenbiss und darauf folgende Kopulation. Schlingnattern sind ovovivipar, d. h.  die Jungen kommen in den Eihüllen zur Welt, welche jedoch direkt verlassen werden (ähnlich der Bergeidechse oder auch der Blindschleiche).

Besonderes: Wird gerne vom Laien mit der Kreuzotter verwechselt, da Musterung und der Hufeisenfleck am Kopf (entfernte) Ähnlichkeiten aufweisen. Kreuzottern haben zum einen einen stärker gedrungenen Körperbau (Schlingnatter : schlank), gekielte Schuppen (Schlingnatter : glatte Schuppen), und stets senkrecht-schlitzförmige Pupillen (Schlingnatter:  runde Pupillen).