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Die Ringelnatter

(Natrix natrix)

Bilderreihe :
 
Kopfstudie einer Ringelnatter.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RL3, Österreich: RL4, Schweiz: EN

Beschreibung: Die mit Abstand häufigste Schlange ist die ungiftige und beißfaule Ringelnatter. Man erkennt sie sicher an den runden Pupillen und den halbmondförmigen Flecken an jeder Kopfseite. Sie wird bis zu 150 cm lang, in der Schweiz gibt es eine Unterart (N. natrix helvetica), die sogar 200  cm erreichen kann. Damit ist sie die zweitlängste Art im Gebiet. Die Männchen bleiben - wie bei Amphibien und Reptilien grundsätzlich - etwas kleiner als die Weibchen.

Lebensraum: Die Ringelnatter ist über ganz Europa und Westasien verbreitet zu finden. Man trifft sie in unterschiedlichen Lebensräumen an, so ist sie an Steinhängen, im Wald und in Gewässern gleichermaßen heimisch. Insgesamt ist die Ringelnatter - entgegen ihren nahen Verwandten der Gattung Natrix - viel weniger eng ans Wasser gebunden.

Nahrung: Je nach bewohntem Lebensraum macht die Ringelnatter Jagd auf Frösche, Molche und Fische, oder auf Mäuse, Vögel und junge Kaninchen. Die Beute wird mit einem Biss festgehalten, dann umschlungen und erstickt und im Ganzen heruntergewürgt. Im Sekret der Ringelnatter ist ein schwach wirkendes Gift enthalten, welches ihre Beutetiere zu betäuben vermag (siehe unten).

Feinde: Ringelnattern fallen oft Raubvögeln, Mardern, Iltissen und Igeln zum Opfer. Jungtiere können auch von großen Erdkröten erbeutet werden. Die Eier können von Laufkäfern und Maulwurfsgrillen vertilgt werden. Eine Gefahr in der Nähe menschlicher Siedlungen sind freilaufende Katzen. Auch unwissende Menschen stellen den Ringelnattern direkt nach, sei es aus einer völlig abwegigen Angst vor dem harmlosen Tier, sei es aus Verwechslung mit (der gänzlich anders aussehenden) Kreuzotter.

Verhalten: Beim Ergreifen reagieren Ringelnattern ganz unterschiedlich. Einige geben ein übelriechendes Analsekret ab, andere stellen sich tot (siehe Bild unten). Wiederum andere zeigen Scheinangriffe, in dem sie zischen und - ähnlich einer Kreuzotter - den Kopf sigmaförmig winden, um ihn nach vorn auf den Feind zuschnellen zu lassen. Wirklich beißen tut die Ringelnatter aber nicht.

Fortpflanzung: Die Ringelnatter paart sich nach der ersten Häutung im Frühjahr und legt dann im Juli/August zwischen 10 und 40 Eier in ein Gelege, dass sie bevorzugt in faulenden Pflanzenresten (Komposthaufen!) anlegt. Aus diesen Eiern schlüpfen dann im Herbst die ca. 15 bis 20 cm langen Jungtiere, die häufig Beute von Igeln oder auch größeren Kröten werden.

Besonderes: Obwohl die Ringelnatter völlig harmlos ist, ist sie jedoch streng genommen eine Giftschlange: Sie hat entwickelte Giftdrüsen, ihr fehlen jedoch die Giftzähne. Die Ringelnatter steht wie alle Reptilien und Amphibien unter Naturschutz, sie ist jedoch recht häufig und nimmt in ihrer Population in letzter Zeit stellenweise wieder zu.