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Die Blindschleiche

(Anguis fragillis)

Bilderreihe :
 
Zwei Blindschleichen: Links Männchen, rechts Weibchen.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL4, Schweiz: LC

Beschreibung: Die Blindschleiche gehört zur Unterordnung der Echsen und hier zu den Schleichen, sie ist also keine Schlange. Sie erreicht bis zu 50 cm Länge und hat verschiedenste Grundfärbungen, die zwischen ockergelb bis nach dunkelbraun oder grau variieren kann. Die Weibchen sind bei den Blindschleichen einfarbig und unscheinbar gezeichnet, während bei den Männchen an den Flanken schwarze Streifen und einen Rückenstreifen haben. In manchen Gegenden treten Tiere mit blauen Flecken auf.

Lebensraum: Die Blindschleiche ist neben der Waldeidechse unser am weitesten und häufigsten verbreitetes Reptil. Sie meidet extreme Trockenstandorte und bevorzugt dafür eher bewachsene, mäßig feuchte Areale - wie etwa das Unterholz unserer Wälder und Lichtungen, aber auch Wiesen und Komposthaufen. Die Blindschleiche ist über fast ganz Europa, Nordwestafrika, dem Kaukasus bis nach Westsibirien verbreitet. In Mitteleuropa hält die Blindschleiche eine Winterstarre von Oktober bis März oder April. Sie erreicht jedoch im Norden ihres Verbreitungsgebietes nicht den Polarkreis!

Nahrung: Wie alle kleineren einheimischen Eidechsen vertilgt die Blindschleiche vornehmlich Insekten, Schnecken und Regenwürmer. Letztere beiden machen über 90% ihrer Nahrung aus.

Feinde: Die Hauptfeinde der Blindschleiche sind Raubvögel und Schlangen, welche ähnliche Standorte besiedeln. Auch Marder und streunende Hauskatzen stellen ihnen nach. Frisch geborene Jungtiere können auch verschiedenen Insekten (Laufkäfer), großen Spinnen und auch großen Erdkröten zum Opfer fallen.

Fortpflanzung: Blindschleichen sind lebendgebärend. Die Paarung der Blindschleichen findet nach Beendigung der Winterstarre, also meist im April statt. Es werden dann im Juni/Juli 5-15 Jungtiere geboren, die zumeist zwischen 7 und 9 Zentimetern lang sind. Eine Brutpflege erfolgt nicht.

Besonderes: Der deutsche Name für das Tier leitet sich etymologisch von althochdeutschen "plintslicho" ab, was soviel wie "blendenartig glänzende Schleiche" bedeutet. Der Name bezeichnet sie also nicht als "blinde Schleiche", wie fälschlicherweise oft angenommen wird. Auf den beiden Fotos, auf denen das Männchen zu sehen ist, wird dieser Glanz besonders schön deutlich.