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Die Berg- oder Waldeidechse

(Zootoca vivipara)

Bilderreihe :
 
Bergeidechse, braune Farbvariante (Nonnweiler, Saarland)
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL4, Schweiz: LC

Beschreibung: Die Berg- oder Waldeidechse ist mit einer Gesamtlänge von bis zu 18 cm unsere kleinste einheimische Eidechsenart. Der Schwanz ist dabei 1,25 bis maximal 2 mal so lang wie der Körper, bei den Männchen länger als bei den Weibchen. Eine Besonderheit ist die sehr variable Färbung, wobei sie teilweise im Überschneidungsgebiet auch mit der Mauereidechse verwechselt werden kann. Die Jungtiere sind oftmals schwarz gefärbt, seltener braun oder bronzefarben. Es kommen gelegentlich auch erwachsene (adulte) Tiere vor, die vollkommen schwarze Färbung haben.

Lebensraum: Die Bergeidechse ist von allen einheimischen Eidechsen diejenige, die am meisten Feuchtigkeit braucht. Sie meidet (im Gegensatz zur wärmeliebenden Mauereidechse) extreme Trockenstandorte, und ist an Waldrändern, Böschungen, Lichtungen, Geröllhalden und Steinbrüchen zu finden. Die Art ist das am weitesten nach Norden vordringende Reptil, sie erreicht am Varanger-Fjord den 70. Breitengrad (Quelle: Wikipedia). Sie ist über den gesamten Eurasischen Kontinent verbreitet, von der Iberischen Halbinsel im Westen bis zur Inseln Sachalin im Osten, vom Eismeer im Norden bis nach Nord-Italien im Süden, wobei sie bis auf 2400 Höhenmeter klettert. Die Bergeidechse ist also ein Generalist, der sich in einer Vielzahl von Lebensräumen ansiedeln kann. Sie ist unsere häufigste Eidechse.

Nahrung: Die Bergeidechse bevorzugt Insekten und Spinnen als Nahrung. Kleinere Beutetiere werden von ihr im Ganzen verschlungen, größere - wie etwa Käfer - zunächst zerkaut, und der unverdauliche Chitinpanzer wieder ausgespuckt. Ihre Nahrung ist von Jahreszeit und Habitat abhängig.

Feinde: Die Hauptfeinde der Bergeidechse sind die einheimischen Schlangen, welche ähnliche Standorte besiedeln. Auch Marder und streunende Hauskatzen stellen ihnen nach. Frisch geborene Jungtiere können auch verschiedenen Insekten (Laufkäfer) oder großen Spinnen zum Opfer fallen.

Fortpflanzung: Bergeidechsen paaren sich nach der Winterstarre im zeitigen Frühjahr, etwa Ende März bis April. Nach acht Wochen Tragzeit werden die 2 bis 15 Jungen noch mit Eihülle geboren (ovovivipar), welche sie aber binnen weniger Minuten durchstoßen. Es gibt auch Bergeidechsenpopulationen - vornehmlich im Süden ihres Verbreitungsgebietes, welche eierlegend sind.

Besonderes: Die Bergeidechse gehört weltweit zu einer der erfolgreichsten Reptilienarten.