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Der Grasfrosch

(Rana temporina)

Bilderreihe :
 
Grasfrosch im Wald.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL4, Schweiz: LC

Beschreibung: Der Grasfrosch ist einer der drei Braunfroscharten in Deutschland. Sie alle ähneln sich sehr stark in Färbung und auch der Musterung. Typisch sind die braun gebänderten Hinterbeine. Von den drei Arten lässt sich der Grasfrosch wie folgt charakterisieren: Die Schnauze ist eher rundlich und kurz (Springfrosch: langgezogen), die braunen Trommelfelle deutlich hinter den Augen (Springfrosch: dicht hinter den Augen) und auch kleiner (Springfrosch: in etwa gleich groß).  Vom Moorfrosch kann er dadurch unterschieden werden, dass sein Fersenhöcker niemals besonders ausgeprägt erscheint. All diese Merkmale sind jedoch eher unsicher und uncharakteristisch. Sicher lassen sich die drei Braunfroscharten durch die Fersenprobe (siehe unten, Besonderes) voneinander unterscheiden.

Die Färbungen der Grasfrösche reichen von grünlichbraunen Grundtönen bis zu sattem Rot (vor allem ältere Weibchen). In der Regel haben Männchen eine Größe (Kopf-Rumpf-Länge) von 8 bis 10 cm, Weibchen 10 bis 12 cm. Alte Weibchen können ausnahmsweise 15 cm lang werden.

Lebensraum: Der Grasfrosch ist von allen Braunfröschen die anspruchsloseste Art. Er besiedelt Wälder und Feuchtwiesen, ist aber auch in Gärten und Parks zu finden. Er braucht nicht unbedingt direktes Wasser, aber stets Feuchtigkeit. Nach der Erdkröte ist er die häufigste einheimische Froschlurchart. Das riesige Verbreitungsareal erstreckt sich im Westen von Irland, Großbritannien und französischer Atlantikküste bis weit nach Sibirien und Kasachstan im Osten. Im Süden werden die Pyrenäen überschritten, die iberische Halbinsel dagegen nicht besiedelt (Hier ist der Grasfrosch durch den Iberischen Frosch (R. iberica) vertreten. Ebenso fehlt er im südlichen Italien. Im Norden dringt die Art bis über den Polarkreis (Nordkap) vor.

Nahrung: Grasfrösche vertilgen wie alle Amphibienarten in der Hauptsache Würmer, Insekten und Schnecken. Große Weibchen können auch junge Wasservögel oder auch kleine Ringelnattern erbeuten.

Feinde: Ringelnattern und Wasservögel machen Jagd auf die Tiere, wenn sie sich im Wasser aufhalten. An Land stellen ihnen Kleinsäuger, Raubvögel aber auch Katzen nach. Der schlimmste Feind des Grasfrosches ist jedoch der Mensch, hier vor allem in Form des Straßenverkehrs: Jedes Jahr werden unzählige Grasfrösche auf ihren Wanderungen überfahren.

Fortpflanzung: Die Grasfrösche verlassen als erste Amphibien in Deutschland ihre Winterquartiere schon während der Schneeschmelze und oftmals noch kurz vor den Erdkröten und Molchen. Oft finden sich Männchen und Weibchen schon auf diesen Wanderungen. Der Amplexus (Umklammerung durch das Männchen) findet dabei hinter den Vorderbeinen des Weibchens statt. Grasfrösche laichen in großen Gesellschaften, und legen ihre Laichklumpen dicht an dicht zusammen. Nicht selten können kleinere Tümpel weitflächig damit bedeckt sein (ein Bild, welches in den letzten Jahren allerdings immer seltener zu werden scheint). Die Weibchen legen zwischen 400 und 2.000 in großen Klumpen ab, aus denen binnen 2 bis 3 Wochen kleine Kaulquappen (mit Außenkiemen) schlüpfen. Diese entwickeln sich bis etwa Juni/Juli zu kleinen Jungfröschchen, die alsdann an Land klettern und nach einer kurzen Periode der Futtersuche sich auf den Weg in ihr erstes Winterquartier begeben. Auch die Grasfrösche zählen (wie Moorfrosch, Springfrosch und die Erdkröte) zu den Explosivlaichern, die also nur einmal im Jahr eine große Anzahl von Eiern ablaichen. Dabei sind über 90% einer Population ortstreu - d. h. sie suchen ihre Geburtsgewässer zur Fortpflanzung auf.

Besonderes: Den Grasfrosch kann man mittels der so genannten Fersenprobe von Moor- und Springfrosch unterscheiden: Biegt man vorsichtig das Hinterbein des Frosches nach vorne, so lässt sich anhand der Lage der Ferse abschätzen, um welchen Braunfrosch es sich dabei handelt: Beim Grasfrosch ist die Ferse stets auf Höhe hinter der Schnauzenspitze, beim Moorfrosch in etwa auf gleicher Höhe, und beim Springfrosch immer deutlich vor der Schnauzenspitze.

Multimedia

Paarungsrufe des Grasfroschs