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Der Seefrosch

(Rana ridibunda)

Bilderreihe :
 
Seefrosch mit Kaulquappen in einem Gartenteich.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL3, Schweiz: NE

Beschreibung: Nach der Erdkröte ist der Seefrosch mit einer Kopf-Rumpflänge von 15 cm die größte einheimische Froschlurchart. In seiner Zeichnung ähnelt er sehr den beiden anderen Grünfroscharten, dem Teichfrosch und dem Kleinen Wasserfrosch. Seine Grundfärbung reicht von sattgrünen bis zu olivbraunen Tönen. Auch er hat zwei paarige Schallblasen (graufarben), mit welchen die Männchen sehr laut rufen können. Der Seefrosch hat von den drei Grünfroscharten die kräftigsten und längsten Schenkel. Dies ist oftmals das einzige sichere Unterscheidungsmerkmal zu den anderen beiden Arten.

Lebensraum: Er bevorzugt größere, stille und nährstoffreiche (eutrophe) Gewässer, wie etwa Altarme von Flüssen (Rhein, Elbe), Seen oder auch Brackgewässer. Er geht aber auch in Gartenteiche, sofern diese in der Nähe von Bächen oder Flüssen liegen. Wichtig sind sonnenexponierte Flachuferzonen mit Schilfbeständen. Der Frosch entfernt niemals weiter als einige Meter vom Wasser, er ist von den drei Grünfroscharten  am engsten an das Wasser gebunden, und daher am wenigsten anpassungsfähig. Seefrösche überwintern auch eingegraben im Grundsediment der Gewässer, und nicht - wie Teichfrosch und Grünfrosch - an Land. Der Seefrosch hat ein Verbreitungsgebiet von Russland im Osten bis nach Frankreich, im Norden vom Baltikum bis nach Griechenland im Süden. Nach Westen hin wird das Verbreitungsgebiet immer lückenhafter.

Nahrung: Seefrösche vertilgen prinzipiell alles, was sie überwältigen können. In der Hauptsache sind dies Würmer, Schnecken und Insekten, aber auch andere Amphibien wie Molche und Frösche - sogar die eigene Art - werden gelegentlich erbeutet. Sehr große Exemplare sind auch in der Lage junge Wasserspitzmäuse oder junge Ringelnattern zu erbeuten.

Feinde: Die natürlichen Feinde stellen vor allem Wasservögel und Störche dar, daneben machen auch Ringelnattern auf sie Jagd.

Fortpflanzung: Die Paarung erfolgt erst, wenn sich ihre Gewässer bereits erwärmt haben, also ab Ende April bis Mai. Die Männchen lassen dann ihre Rufe hören, die wie ein lautes, kräftiges Lachen "reck-reck-reck" hören. Wie bei den anderen Grünfröschen, aber auch bei den Unken, kann man die Tiere sowohl tagsüber als auch nachts quaken hören. Der Amplexus (Umklammerung) der Männchen findet hinter den Vorderbeinen des Weibchens statt. Diese setzen mehrere Laichklumpen ab, die - im Unterschied zu Braunfroschlaich - in der Tiefe der Gewässer abgelegt wird. Dabei werden mehrere Laichballen abgesetzt, von denen einer zwischen 200 und 800 Eiern enthält - insgesamt kann ein Weibchen bis zu über 10.000 Eier produzieren. Die Kaulquappen entwickeln sich bis in den Frühherbst zu fertigen Jungfröschen, die dann auch in den Gewässern verbleiben und überwintern.

Besonderes: Der Seefrosch in seinem Bestand von allen Grünfröschen am stärksten gefährdet: Viele seiner Habitate werden denaturiert, Uferzonen begradigt, Seen touristisch genutzt, oder mit Fischen besetzt, die eine erfolgreiche Brut der Seefrösche unmöglich machen können. Während Teichfrösche und Kleine Wasserfrösche auf Wanderschaft gehen, wenn Gewässer ihnen keine idealen Lebensbedingungen mehr bieten, tut dies der Seefrosch nur ausnahmsweise.

Es wird zurzeit darüber diskutiert, ob der Seefrosch - vor allem die mittel- und westeuropäischen Arten überhaupt eine einzige Art darstellen.

Der Name "ridibunda" ist die lateinische Bezeichnung für "laut lachen". Sein Ruf ist im Übrigen ein sicheres Unterscheidungsmerkmal von Teichfrosch bzw. Kleinem Wasserfrosch.

Multimedia

Paarungsrufe des Seefroschs