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Der Teichfrosch

(Rana klepton esculenta)

Bilderreihe :
 
Teichfrosch in flachem Tümpel.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL4, Schweiz: NT

Beschreibung: Der Teichfrosch steht in seinem Erscheinungsbild zwischen dem Seefrosch und dem kleinen Wasserfrosch (auch Grünfrosch), da er eine Kreuzungsform aus beiden darstellt (siehe unten, Besonderes). Gleich den meisten Vertretern der Gattung Rana hat er auffällig gebänderte Hinterschenkel, sowie den braunen Fleck im Trommelfellbereich (wie er auch bei den "Braunfröschen" zu finden ist). Manche Tiere, die dem Seefrosch in Erscheinung nahe stehen, haben auch einen hellgrünen Rückenstreifen. Andere, die eher dem kleinen Wasserfrosch ähneln, haben grüne Trommelfellbereiche. Auch die Länge der Schenkel steht zwischen derer des See- und des Grünfrosches. Wie die beiden Grünfroscharten haben auch die Teichfroschmännchen beidseitige Schallblasen.

Lebensraum: Teichfrösche bewohnen alle sauberen Standgewässer, in denen keine Fischbestände vorkommen. Auch verschlammte oder durch die Landwirtschaft überdüngte (und damit veralgte) Gewässer werden gemieden. Der Teichfrosch gehört zu den Kulturfolgern, er geht gerne in künstlich angelegte Gartenteiche, sofern sie bei gleichzeitiger Zierfischhaltung auch über eine mit Schilf bewachsene Randzone verfügen. Obgleich der Teichfrosch wie alle Grünfrösche recht eng an das Wasser gebunden ist, unternehmen die Tiere auch Landgänge und wandern umher. Daher sind sie auch weiter verbreitet, als der enger an das Wasser gebundene (und daher stärker im Bestand gefährdeten) Seefrosch. Sie überwintern auch ganz überwiegend in Erdhöhlen oder unter Baumstümpfen an Land. Unter den einheimischen Grünfröschen ist der Teichfrosch der anpassungsfähigste (Generalist), und damit der am weitesten verbreitete. Seine Verbreitung reicht von den Pyrenäen und der Atlantikküste im Westen über ganz Europa, mit Ausnahme Skandinaviens, Spaniens und Süditaliens. Sein Verbreitungsgebiet deckt sich vermutlich fast mit jenem des kleinen Wasserfrosches.

Nahrung: Gleich allen Amphibien wird alles vertilgt, was überwältigt werden kann. So gehören in der Hauptsache Wasserinsekten, aber auch Schnecken und Regenwürmer zu ihrer Hauptnahrung. Aber auch kleinere Amphibien sowie Kaulquappen - mitunter auch der eigenen Art - werden nicht verschmäht.

Feinde: Im Wasser stellen ihnen Raubfische (Hecht), Wasservögel (Störche, Reiher) und die Ringelnatter nach. An Land werden sie von Mardern, Wieseln, aber auch Hauskatzen erbeutet.

Fortpflanzung: Nach den ersten warmen Regengüssen (in Deutschland zwischen Ende Februar und Anfang April) verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und suchen ihre meist nahegelegenen Sommergewässer auf. Wanderungen kommen zwar vor, die Entfernung zwischen Winter- und Sommerquartier ist selten länger als einige hundert Meter. Die Umklammerung (Amplexus) des Weibchens durch das Männchen findet hinter den Vorderbeinen statt. Die Weibchen legen Laichklumpen ab, die zwischen 400 und 2.000 Eier enthalten. Die meisten Jungfrösche gehen ab September an Land, wo sie überwintern.

Besonderes: Der Teichfrosch stellt keine eigene Art, sondern das Resultat der Kreuzung des kleinen Wasserfrosches mit dem Seefrosch dar. Trotzdem sind Teichfrösche in der Lage, Nachkommen miteinander zu haben, auch wenn See- und Wasserfrösche (die beiden Elternarten) im Verbreitungsgebiet fehlen. Dieser Umstand ist extrem selten. Beim Teichfrosch ist dies nur deshalb möglich, weil in er in der Lage ist, teilweise drei statt zwei Chromosomensätze auszubilden, von denen dann in zweien der komplette Chromosomensatz einer der beiden Elternarten gespeichert ist. Solche (triploiden) Tiere sind meist besonders vital und in der Fortpflanzung bevorteiligt, andererseits sind sie äußerlich meist nur sehr schwer von den Elternarten auseinanderzuhalten. So gibt es Teichfrösche, die in ihrem gesamten Erscheinungsbild exakt dem Seefrosch gleichen, jedoch in der Schenkellänge dem kleinen Wasserfrosch etwas näher stehen - und umgekehrt. Diese Teichfrösche sind dann sehr schwer von See- und kleinen Wasserfröschen zu unterscheiden.

Multimedia

Paarungsrufe des Teichfroschs