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Die Wechselkröte

(Bufo viridis)

Bilderreihe :
 
Wechselkröte (Quelle: Wikipedia)
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RL2, Österreich: RL3, Schweiz: RE

Beschreibung: Unverwechselbar sind die Wechselkröten durch ihr typisches grünes Fleckenmuster, welches bei den Männchen auf hellgrauer Grundfarbe, bei den Weibchen fast immer auf weißer Grundfarbe zu sehen ist. So erreichen die Weibchen eine Kopf-Rumpf-Länge von maximal 11 cm, wobei die Männchen mit 9 cm etwas kleiner bleiben. Gleich Erd- und Kreuzkröte sind ihre Ohrdrüsen (Parotiden), die aber eher kurz und breit erscheinen (bei der Erdkröte eher schmal und länglich).

Lebensraum: Die Wechselkröte ist ein typischer Bewohner trockener Areale, die offene Habitate mit starker Sonneneinstrahlung bevorzugt. Solche Lebensräume sind Steppen, weswegen die Art ihren Verbreitungsschwerpunkt auch im südöstlichen Europa und westlichen Asien hat. Hierzulande benötigt sie Ruderalstandorte mit Wasseransammlungen, wie sie etwa in stillgelegten Steinbrüchen zu finden sind. Natürliche Lebensräume in Deutschland sind Trockenwiesen mit lockerem Boden ohne größere Busch- oder Baumbestände. Deutschland hat ein stark lückenhaftes Verbreitungsgebiet. So kommt sie isoliert im Saarland vor, im südlichen NRW beidseitig des Rheins bis fast zur niederländischen Grenze, am Mittelrhein und Untermain zwischen Frankfurt, Bingen und rheinaufwärts in einem breiten Streifen bis nördlich von Basel, sowie am Neckar. In Bayern kommt sie nur in der Oberpfalz zwischen Donau und Naab, sowie an einigen Orten in Unterfranken (Gipskeuper / Maindreieck) vor. Größerflächige Vorkommen finden sich in Ostdeutschland, wo sie von Thüringen/Sachsen, nördlich des Erzgebirges bis zur Ostsee an geeigneten Standorten zu finden ist. In Nordwestdeutschland und Norddeutschland dagegen fehlt sie weitestgehend. In Österreich kommt sie hauptsächlich in der Steiermark, dem Burgenland und Niederösterreich vor. In der Schweiz kam die Art bis vor einigen Jahre im Tessin vor, gilt jedoch seit 2000 als ausgestorben. Die Art kommt jedoch bereits 5 km südlich der Schweizer Grenze in Italien (Gemeinde Como) vor, sowie im Oberrheingraben auf deutscher Seite.

Nahrung: Wie alle Amphibien ernährt sich auch die Wechselkröte von allem, was sie überwältigen kann. Also in erster Linie von Insekten, Schnecken und anderen, kleinen Wirbellosen.

Feinde: Der Hauptfeind der Wechselkröte ist der Mensch, der ihre Lebensräume immer stärker zerstört. Kiesgruben oder Steinbrüche werden selten belassen, sondern bald anderweitig genutzt. Trockenwiesen sind leicht zu besiedelnde Flächen, weswegen sie auch immer mehr von der Landkarte verschwinden. Daher ist die Wechselkröte fast überall stark gefährdet. Die wichtigsten natürlichen Feinde sind Ringelnatter, Greifvögel und kleine räuberische Säugetiere, wie Marder oder Iltis.

Fortpflanzung: Im Gegensatz zur Erdkröte, analog der Kreuzkröte haben die Männchen eine Schallblase an der Kehle. Ihr Rufen hört sich eher wie das Zirpen einer Maulwurfsgrille an, und lässt sich mit einem sehr hellen "ärrrr-ärrrr" umschreiben. Das Männchen umklammert das Weibchen (Amplexus) hinter ihren Vorderbeinen. Wechselkröten legen zwei bis vier Meter lange Laichschnüre lose am Boden ihrer Laichgewässer ab, die bis zu 15.000 einzelner kleiner Eier enthalten. Kreuzkröten legen ihre Schnüren ebenfalls lose ab, diese sind jedoch mit ein bis zwei Meter deutlich kürzer; Erdkröten spannen ihre Schnüren stets zwischen Pflanzenmaterial. Die Wechselkröte kann sogar geringe Salzgehalte ihrer Laichgewässer tolerieren. Im Gegensatz zur Erdkröte und gleich der Kreuzkröte zählt auch die Wechselkröte zu den Langzeitlaichern, d.h. die Paarungssaison dauert drei Monate (meist von April bis Juli), wobei die Männchen in den Gewässern bleiben, während sich die Weibchen (wie auch bei den Explosivlaichern) einmal verpaaren und dann meist an Land gehen. Die Wechselkröte ist weit weniger ortstreu als die Erdkröte, sie wandert also bevorzugt in andere Areale ab, was ihr den Vorteil verschafft, geeignete neue Areale als Pionier zu besiedeln.

Besonderes: Die Wechselkröte verbastardiert sich gelegentlich mit der Kreuzkröte, welche sich teilweise das Verbreitungsgebiet mit ihr teilt. Hierbei sind nur Nachkommen lebensfähig, bei denen sich Kreuzkröten-Männchen mit Wechselkröten-Weibchen verpaart haben. Sie dürften jedoch nicht zur Fortpflanzung befähigt sein, da es keine Anhaltspunkte der Hybridisierung beider Arten gibt (wie es etwa bei den Wasserfröschen der Fall ist). Seltener verbastardiert sie sich auch mit der Erdkröte.