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Die Kreuzkröte

(Bufo calamita)

Bilderreihe :
 
Kreuzkrötenmännchen.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLV, Österreich: RL1, Schweiz: EN

Beschreibung: Von den drei Arten innerhalb der einheimischen Herpetofauna der Echten Kröten (Bufonidae) ist die Kreuzkröte mit einer Kopf-Rumpf-Länge von maximal 7 cm (Männchen bis 6,5 cm, also nur wenig kleiner) die kleinste. Typisch ist der hellgelbe Streifen auf ihrem Rücken. Ansonsten kann das Tier in seiner Färbung sehr variieren, so gibt es einheitlich grün oder bräunlich gefärbte Tiere, aber auch gefleckte Exemplare, die eher der Wechselkröte ähneln. Wie diese besitzen auch Kreuzkröten einen oftmals bläulich gefärbten Schallsack (Kehlsack), mit dem sie während der Paarungszeit laut rufen können. Die Rufe sind denen des Ziegenmelkers (Singvogelart) sehr ähnlich. Typisch für die Kreuzkröte ist ihre im Gegensatz zu anderen Froschlurchen ganz überwiegend krabbelnde Fortbewegungsart, im Kreuzgang ähnlich Mäusen oder Echsen. Sie können dabei recht geschwind werden. Typische Merkmale sind auch die Ohrdrüsen (Parotiden), die bei der Kreuzkröte auch immer deutlich rundlicher als bei der Erd- und Wechselkröte sind.

Lebensraum: Die Kreuzkröte bevorzugt trockene Areale, in denen sich kleine, periodisch austrocknende Gewässer befinden. Sie ist in sandigen Magerwiesen ohne Busch- oder Baumbestand zu finden. Ebenso besiedelt sie Auwiesen, die jedoch weitgehend aus unserem Landschaftsbild verschwunden sind. Da diese Areale jedoch weitgehend durch den Menschen zersiedelt werden, finden sie sich alternativ mittlerweile in stillgelegten Steinbrüchen oder in Sandgruben, die ihnen diese Lebensbedingungen bieten können. Die Kreuzkröte ist das westeuropäische Analogon zur Wechselkröte, die eher im östlichen Europa vorkommt. So ist sie ausgehend von der Iberischen Halbinsel im Süden über die Pyrenäen und die Atlantikküste bis zur Südspitze Skandinaviens und entlang der Ostseeküste bis ins Baltikum verbreitet. Südlich und östlich liegt das Verbreitungsgebiet von Südfrankreich entlang der Alpen (sie ist nur nördlich davon verbreitet), über die Sudeten und Karpaten bis nach Weißrussland.

Nahrung: Überwiegend von kleinen Insekten, Würmern, Schnecken und anderen Wirbellosen, die überwältigt werden können.

Feinde: Der Hauptfeind der Kreuzkröte ist mit der Zersiedlung ihrer Lebensräume der Mensch. Natürliche Feinde sind vor allem Ringelnatter, Schlingnatter und Kreuzotter, die im selben Lebensraum vorkommen können. Gelegentlich werden sie auch von Mardern, Katzen oder Iltissen erbeutet.

Fortpflanzung: Als Wärme liebende Amphibienart kommen die Kreuzkröten erst ab April oder Mai aus ihrem Winterschlaf, um sich dann in kleinen, flachen Gewässern zur Paarung zusammen zu finden. Ihre Konzerte sind dann über 2 km weit zu hören. Die Weibchen legen zwischen 4.000 und 15.000 Eier in etwa ein bis zwei Meter langen Schnüren lose am Boden der Laichgewässer ab. Die Schnüren der Wechselkröten sind in der Regel zwischen zwei und vier Meter lang, die der Erdkröten werden im Unterschied zu den Kreuzkrötenschnüren niemals lose ins Wasser abgelegt, sondern zwischen geeignetem Pflanzenmaterial gespannt. Die Kaulquappen entwickeln sich sehr schnell, binnen 3 bis 4 Wochen zu fertigen Jungkröten. Damit haben sie die kürzeste Entwicklungsdauer unter allen einheimischen Amphibien - der beobachtete Rekord (lt. Wikipedia) läge bei 17 Tagen von der Eiablage zum Landgang fertiger Jungkröten. Dies ist darin begründet, dass Laichgewässer in ihrem Lebensraum während der Sommermonate sehr leicht austrocknen können, wodurch diese aber auch weitestgehend frei von eventuellen Fressfeinden sind.  Typisch für Kreuz- und Wechselkrötenquappen sind kleine wabenförmige Vertiefungen, die diese  graben. Im Gegensatz zur Erdkröte und gleich der Wechselkröte zählt auch die Kreuzkröte zu den Langzeitlaichern, d.h. die Population als Gesamtes pflanzt sich von April bis Juni fort, wobei allerdings die einzelnen Weibchen sich nur jeweils einmal paaren und dann die Gewässer recht schnell wieder verlassen. Die Kreuzkröten-Männchen hingegen bleiben länger am Gewässer und paaren sich mehrmals. Die Kreuzkröte ist weit weniger ortstreu als die Erdkröte, sie wandert also bevorzugt in andere Areale ab, was ihr den Vorteil verschafft, geeignete neue Areale als Pionier zu besiedeln.

Besonderes: Die Kreuzkröte verbastardiert sich gelegentlich mit der Wechselkröte, welche sich teilweise das Verbreitungsgebiet mit ihr teilt. Hierbei sind nur Nachkommen lebensfähig, bei denen sich Kreuzkröten-Männchen mit Wechselkröten-Weibchen verpaart haben. Sie dürften jedoch nicht zur Fortpflanzung befähigt sein, da es keine Anhaltspunkte der Hybridisierung beider Arten gibt (wie es etwa bei den Wasserfröschen der Fall ist). Seltener kann es auch zu Kreuzungen mit Erdkröten kommen.

Multimedia

Paarungsruf der Kreuzkröte

Befreiungsruf