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Die Erdkröte

(Bufo bufo)

Bilderreihe :
 
Weibliche Erdkröte mit für Mitteleuropa gewöhnlicher Färbung.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL4, Schweiz: VU

Beschreibung: Die Erdkröte ist der größte einheimische Froschlurch. Die Weibchen sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 15 cm größer als die Männchen (die maximal 12 cm Kopf-Rumpf-Länge) haben. Typische Merkmale der Erdkröte sind die raue, warzige Haut, das plumpe Erscheinungsbild, die warzigen, länglichen Ohrdrüsen, die sich hinter den Augen leicht seitlich am Kopf befinden. Die Hinterbeine der Erdkröte sind relativ kurz; daher bewegt sich das Tier (im Kreuzgang) krabbelnd vorwärts. Sie ist jedoch auch zu kurzen Sprüngen befähigt. Gegenüber größeren Fressfeinden stellt sich die Erdkröte auf alle Viere und streckt den Körper weit in die Höhe um somit größer zu erscheinen. Es werden mehrere Unterarten unterschieden. Die häufigste ist die Europäische Erdkröte (B. b. bufo, ♂ bis 9 cm, ♀ bis 12 cm) neben der noch größer werdenden Mittelmeer-Erdkröte (B. b. spinosus, ♂ bis 15 cm, ♀ bis 18 cm). Gerade in den letzten Jahren werden eine Reihe von östlichen Unterarten als neue Arten diskutiert.

Lebensraum: Die Erdkröte kommt im paläoarktischen Raum weit verbreitet vor.  In Europa fehlt sie nur auf Irland, Island und nördlich des 68. Breitengrades in Skandinavien. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet bis zum Maghreb (Nord-Afrika: Marokko, Algerien, Tunesien). Von der iberischen Halbinsel im Westen kommt sie bis weit nach Sibirien (Baikal-See) vor, obgleich die wirkliche Situation in Ostrussland noch nicht hinreichend genug bekannt ist. Die Erdkröte besiedelt wahllos ein sehr breites Spektrum an Biotopen (Generalist), kommt also in Wäldern, Lichtungen, Wiesen, Gärten, Hecken und Auen vor. Bevorzugt werden halblichte Wälder (ohne völligen Baumkronenschluss), sowie Streuobstwiesen und Parkanlagen aufgrund der dort vorfindbaren Strukturenvielfalt der Biotope. Sie ist also auch teilweise ein Kulturfolger. Sie findet sich auch auf Sand- oder Schuttplätzen, meidet jedoch trocken-warme, direkt sonnenexponierte Stellen.

Nahrung: Die Erdkröte frisst prinzipiell alles, was sie überwältigen kann. Also Insekten, Weichtiere, Spinnen und Regenwürmer. Größere Weibchen können sogar Mäuse, junge Ratten, Eidechsen, junge Ringelnattern oder gelegentlich zu Boden gefallene Jungvögel überwältigen und verzehren.

Feinde: Das Tier hat als Hauptfeinde Katzen und Greifvögel (Habicht, Sperber, Bussard). Daneben wird die Erdkröte von Schlangen (vor allem von der Ringelnatter), Mardern und Reihern verzehrt. Den Jungtieren stellen auch die großen Laufkäferarten, den Kaulquappen auch Fische und Gelbrandkäfer nach. Der Hauptfeind der Erdkröte ist der Mensch, vor allem in motorisierter Form: Die Wanderwege von Winterquartier zu Laichgewässer werden oftmals von Straßen durchschnitten, weshalb jedes Jahr viele Kröten dem Straßenverkehr zum Opfer fallen: Um 90% einer Population auszulöschen, genügen bereits 60 Autos in der Stunde (entspricht einem Auto pro Minute)! Daher ist es wichtig, an bekannten Wanderungsrouten Krötenzäune aufzustellen, oder besser noch: Tunnelanlagen in die Straßenbauplanung mit einzubeziehen. Dies gilt auch für Gras-, Spring- und Moorfrosch, bzw. Teich-, Berg- und Kammmolch, die ebenfalls jährlich zu ihren Laichgewässern wandern.

Fortpflanzung: Erdkröten pflanzen sich gleich den meisten Amphibien im Wasser fort. Schon im zeitigen Frühjahr, mitunter schon ab Ende Februar, suchen sie die Gewässer auf, von welchen sie selber einst an Land gekrochen sind. Bei den Erdkröten ist ein großer Männchen-Überschuss an den Gewässern zu beobachten: Auf ein Weibchen kommen etwa zehn Männchen. Dort paaren sie sich; das Weibchen legt ca. 2.000 bis 3.000 Eier in Form drei bis fünf Meter langer Schnüren ab. Im Gegensatz zu Wechsel- oder Kreuzkrötenlaich spannen die Erdkröten die Schnüre zwischen Stöcken, Wasserpflanzen und ähnlichem (während Wechsel- und Kreuzkröten ihre Laichschnüre lose ins Wasser ablegen). Die Kaulquappen sind mit ca. 10 mm sehr klein und auffallend schwarz gefärbt. Sie unterscheiden sich von Kreuz- und Wechselkrötenkaulquappen dadurch, dass sie Schwärme bilden und keine Mulden in den Gewässerboden graben (ein Bild hierzu ist bei der Kreuzkröte zu sehen). Die Erdkröte gehört wie auch Grasfrosch, Moorfrosch, Springfrosch, Teich-, Berg-, Faden- und Kammmolch zu den so genannten ortstreuen Amphibien (Traditionslaicher): D. h. über 90% der Tiere einer Population suchen zeitlebens ihre Geburtsgewässer zur Paarung auf, während weniger als 10% der Tiere in fremde Areale abwandern. Hierdurch wird gewährleistet, dass es nicht zu Inzucht innerhalb eines Gebietes kommt, und die Art in unbesiedelte Areale eindringen kann.

Multimedia

Paarungsrufe der Erdkröte