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Die Gelbbauchunke

(Bombina variegata)

Bilderreihe :
 
Portrait Gelbbauchunke.

Portrait Gelbbauchunke.

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Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RL2, Österreich: RL3, Schweiz: EN

Beschreibung: Die Gelbbauchunke ist eine 5 bis 6 cm groß werdende Unkenart. Charakteristisch sind die sehr drüsige Haut, der runde, fast an einen Molch erinnernden Kopf und die gelbgrau-gescheckte Bauchseite. Die Pupillen der Gelbbauchunke sind herzförmig, sichtbare Ohrdrüsen oder Trommelfelle fehlen ihr im Gegensatz zu den echten Fröschen und Kröten. Ihre Oberseite ist meist graufarben, es gibt aber auch Tiere, die olivgrün gefärbt sein können.

Lebensraum: Die Gelbbauchunke ist eine Pionierart die neu entstandene, vegetationslose Tümpelchen besiedelt. Sie meidet im Gegensatz zur nahe verwandten Rotbauchunke größere Gewässer. Die Unke kommt in den Mittelgebirgsregionen vor, und besiedelt Wassergräben oder Tümpelchen im Wald.

Nahrung: Gleich den anderen Amphibienarten ernährt sich die Gelbbauchunke von Kleintieren, vor allem Wasserinsekten oder Fliegen.

Feinde: Gelbbauchunken haben ein giftiges, reizend wirkendes Hautsekret. Dank diesem Schutz haben sie keine Fressfeinde. Wird sie bedroht, so warnt sie durch Bloßstellen der gelben Unterseite ihrer Gliedmaßen, die sie in der so genannten Kahnstellung dem Angreifer zeigt. Dazu winkelt sie sowohl Vorder- als auch Hintergliedmaßen an. Der schlimmste Feind der Gelbbauchunke ist der Mensch. Hauptgefährdungsursachen sind Vernichtung von Lebensräumen: Vor allem die Begradigung und Drainage von Waldwegen, die durch Überdüngung eutrophierten und für Amphibien unbewohnbar werdenden Entwässerungsgräben entlang der Felder setzen ihr stark zu. Pioniergewässer die als Folgebiotop von Stilllegungen von Kiesgruben neu entstehen, werden oftmals verfüllt und anderweitig genutzt.

Fortpflanzung: Die Gelbbauchunke ist ein Langzeitlaicher. Die Männchen suchen ab Ende April kleine Tümpelchen auf, und rufen von dort aus nach Weibchen. Ihre Rufe klingen wie ein dunkeles uuh-uuh-uuh ("Unkenrufe"). Unken rufen stets im Wasser, niemals auf dem Land. Man kann also sicher sein, dass dort wo man Unkenrufe hören kann, Wasser ist. Die Unken umklammern sich nicht wie Kröten oder Frösche in der Achselgegend, sondern in der Lendengegend. Eier werden einzeln oder in kleinen Klümpchen (nicht mehr als etwa 10 Eier auf einmal) an den Stengeln von Pflanzen, die ins Wasser ragen, abgelegt. Bei älteren Kaulquappen zeigen sich bereits gelbe Fleckchen an den Hinterbeinen, was die Bestimmung der Art auch anhand der Kaulquappen recht einfach macht.