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Der Feuersalamander

(Salamandra salamandra)

Bilderreihe :
 
Seitenansicht eines Feuersalamanders.
Steckbrief

Gefährdung: Deutschland: RLN, Österreich: RL4, Schweiz: VU

Beschreibung: Der Feuersalamander ist neben dem Kammmolch mit maximal 24 cm Gesamtkörperlänge der größte einheimische Lurch. Meistens wird er jedoch nicht größer als etwa 15 bis 20 cm, wobei die Weibchen etwas größer als die Männchen werden. Charakteristisch für den Lurch ist das gelbe Fleckenmuster, wobei es allerdings auch (fast) einfarbig gelbe oder schwarze Tiere gibt, sowie Unterarten, die alternativ auch orangefarbene oder rote Flecken aufweisen. Wie bei den Kröten haben auch die Salamander Ohrdrüsen (Parotiden). Werden sie ergriffen, so sondern sie - nachdem sie eine sigmaförmige Drohhaltung angenommen haben - ein weißliches, giftiges Sekret ab, welches größere Exemplare auch bis zu einem Meter weit ihrem Angreifer entgegenspritzen können. Da dieses Sekret, wenn es auf Schleimhäute (oder Augen) gelangt, brennt, hat es dem Tier seinen Namen gegeben.

Lebensraum: Der Feuersalamander ist von allen einheimischen Amphibienarten diejenige, die am engsten an den Lebensraum Wald gebunden ist. So kommt er in Feuchtwäldern vor, die von klaren Bächen mit Flachwasserzonen durchzogen sind, sowie einen hohen Totholzanteil oder sonstige Versteckmöglichkeiten bieten. Sie finden sich auch gerne in Brunnenschächten waldnaher Siedlungsräume des Menschen, oder auch auf Friedhöfen. Der Feuersalamander kann daher auch (zumindest teilweise) als Kulturfolger bezeichnet werden. Das Tier ist nachtaktiv; zeigt sich während der Paarungszeit oder nach Regengüssen auch tagsüber. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, im Süden vom westlichen Teil der Iberischen Halbinsel (vornehmlich Nordwestspanien und Portugal) und dem Mittelmeerraum bis nach Griechenland und an den Bosporus, im Norden über eine Linie von den Südniederlanden über Nordwestdeutschland nach Südpolen entlang der Karpaten bis zum Schwarzen Meer. Er fehlt in der ungarischen Pußta, sowie in den Hochgebirgskämmen der Alpen (wo stattdessen der Alpensalamander vorkommt).

Nahrung: Der Feuersalamander ernährt sich ganz überwiegend von Nacktschnecken und Regenwürmern. Seltener werden auch andere Insekten oder andere kleine Wirbellose erbeutet.

Feinde: Den Larven stellen andere Amphibienarten (vor allem Molche oder Frösche) nach, und werden auch von Libellenlarven und Gelbrandkäfern gefressen. Jungtiere, bei denen der Giftsekretschutz noch nicht voll ausgebildet ist, können auch von Ringelnattern oder größeren Amphibien, sowie von Mardern, Katzen oder Greifvögeln (Eulen) erbeutet werden. Erwachsene Exemplare, die über ihren vollen Sekretschutz verfügen, haben dank ihrer Giftigkeit keine natürlichen Feinde mehr zu fürchten. Ein Beutejäger, der einmal einen erwachsenen Feuersalamander angegriffen hat, und mit dem Sekret Bekanntschaft gemacht hat, wird keine weiteren Tiere mehr jagen.

Fortpflanzung: Die Paarung der Tiere erfolgt im Herbst an Land: Das Männchen umklammert dabei das Weibchen, und setzt einen Spermatophor ab, den dieses dann in seine Kloake aufnimmt. Nach der Winterruhe, die nach dem ersten warmen Regen (in Deutschland meist zwischen Ende Februar und Anfang April) endet, setzen die Weibchen dann bereits weiter entwickelte Larven am Rande von Fließgewässern in geeigneten Flachwasserzonen ab. Die Larven gehen dann meist im Herbst an Land - in ungünstigen Gebieten oder Jahren kommt es aber auch vor, dass diese überwintern. Es gibt sogar Unterarten von Feuersalamandern, die im Larvenstadium die Geschlechtsreife erlangen, und zeitlebens das Wasser nicht verlassen (Neotenie).

Besonderes: Das Sekret des Tieres kann, wenn es auf Schleimhäute oder in den Verdauungstrakt gerät, Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Man wasche sich also gründlich die Hände, wenn man einen Feuersalamander ergriffen hat. Für unsere Katzen und Hunde kann das Tier gefährlich werden, da sie nach dem Ergreifen erhebliche Gesundheitsschäden davon tragen können - eventuell sogar mit Todesfolge.